Zeichensäle Architektur

Zeichensäle sind das Kernstück jeder Architekturfakultät. Sie sind der Ort, an dem Studierende an ihren Projekten - Plänen, Darstellungen oder Modellen - im Team oder alleine arbeiten. Dabei sind Zeichensäle mehr als bloß ein notwendiger Arbeitsplatz: Sie sind Ort des Austauschs, des voneinander Lernens, der Diskussion, Streits, Experimentierens und auch ein wichter Sozial- und Lebensraum. Studierende verbringen hier oft den Großteil ihres Studienalltags. Sie ermöglichen für viele auch erst überhaupt Architektur studieren zu können, da die Arbeit im Team, am Modell oder großformatigen Plänen nach außreichend Platz, Infrastruktur, Werkzeug etc. bedarf, den die wenigsten Studierenden zu Hause zur Verfügung haben. Architektur zu studieren ist zeitintensiv und verlangt sehr stark das individuelle Erarbeiten von Fähigkeiten, die nur zu einem Teil in Betreuungen und Übungen vermittelt werden. Das stundenlange, oft einsame Arbeiten zu Hause kann sehr belastend für Studierende sein, der notwendige und bereichernde Austausch und gegenseitige Hilfe von Studierenden fehlt. Zeichensäle sind also nicht nur ein freiwilliges Zusatzangebot oder Luxus, sie sind eine Notwendigkeit und ein wichtiger Bestandteil der Architekturlehre.

An der TU Wien fehlt es leider massiv an diesen Räumen. Auf einen Arbeitsplatz im Zeichensaal kommen 27 weitere Architekturstudierende. Anders gesagt: 0,12m2 Zeichensaalplatz stehen den Studierenden zur Verfügung. Die TU Wien ist damit internationales Schlusslicht.
Viele Bestrebungen seitens der Faktultät, Fachschaft Archtektur, sowie Studierendeninitiativen wie dem Zeichensaalkollektiv Nelson's, das im Wintersemester 2019 durch die temporäre Aneigung und Zeichensaalnutzung des bis heute leerstehenden, ehemaligen Café Nelson's im Hof des Hauptgebäudes, auf den Mangel an Zeichensälen aufmerksam machte, haben an dieser Situtation leider noch nicht viel ändern können.

Die Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, obwohl die größte Fakultät der Universität, und eine der größten und aufgrund der vielen Forschungsbereiche vielfältigesten Architekturfakultäten in Europa, fristet an der TU Wien leider nur eine untergeordnete Rolle. Die Hochschule definiert sich durch ihren naturwissenschaftlichen und wirtschaftlich besser vermarktbarer Forschungsoutput, den Architektur und Raumplanung, trotz enormer Bedeutung für die Gesellschaft und Umwelt, in dieser Form nicht liefern kann.
Der massive Mangel an Raum und Infrastruktur für Studierende spiegelt dieses Verständnis der Hochschule leider wieder. Dabei brauchen Zeichensäle keine teure Ausstattung. Licht, Strom, Tische, Stühle und Wasseranschluss, sowie eine vom Standort der Fakultät am Karlsplatz 13 schnell erreichbare Lage, sind die einzigen Anforderungen. Durch Kooperationen mit der Stadt Wien, durch Zwischen- oder Leerstandsnutzungen oder dem Anmieten von neuen Räumen und Gebäuden könnte die Hochschule schnell und vergleichsweise günstig Abhilfe schaffen.

Die selbstverwalteten Zeichensäle Architektur, das Zeichensaalkollektiv Nelson's, sowie die Fachschaft Architektur werden sich weiter dafür einsetzen, dass sich das Angebot an notwendigen Zeichensaalplätzen an der TU Wien verbessert.

Die selbstverwalteten Zeichensäle

Zeichensaal Ella Briggs

Der große, öffentliche Zeichensaal Ella Briggs wird von der Fachschaft Architektur verwaltet und befindet sich im Erdgeschoss des Hof 2. Er ist rund um die Uhr geöffnet. Jede*r kann sich an einen freien Platz setzen. Durch die Nähe zur Modellbauwerkstatt eignet er sich besonders gut für die Arbeit an Modellen. Styrocutter, Werkzeug etc. können von der Fachschaft ausgeliehen werden. Durch die Lage im Erdgeschoss direkt im Hof neben der Fachschaftsbar, eignet er sich im Sommer auch gut zum draußen arbeiten.

TVFA Halle

Der zweite große Zeichensaal in Campus nähe ist die TVFA Halle am Erzherzog-Johann-Platz 1 hinter dem Hauptgebäude. Der von Studierenden selbstverwaltete Zeichensaal bietet Platz für ca. 60 Studierende. Den Studierenden steht außerdem eine Modellwerkstatt, sowie ein Plotter zur Verfügung.

Zeichensäle Arsenal

Das Arsenal liegt im dritten Bezirk, ca. 25 min vom Hauptgebäude entfernt. Hier findest du kostenlose, selbstverwaltete Zeichensäle, von Studierenden für Studierende.Du hast hier einen eigenen Arbeitsplatz, auf dem du deine Arbeitsmaterialien auch über Nacht liegen lassen kannst. Die Platzvergabe wird jedes Semester neu durchgeführt. Kontakt: platzimarsenal@gmail.com. Mehr Infosgibts hier !

Zeichensäle Nelson's

Ende Oktober des Wintersemester 2019 besetzten Architekturstudierende für einige Tage das seit Jahren leerstehende Gebäude des ehemaligen Café Nelson's. Durch die Besetzung wurde nicht nur auf die dringende Notwendigkeit an mehr Zeichensälen aufmerksam gemacht, sondern auch auf den unter diesen Umständen untragbaren Leerstand mitten in der Uni hingewiesen. Drei Tage lang wurde das Gebäude intensiv als selbstverwalteter Zeichensaal genutzt, ehe das Rektorat mit der polizeilichen Räumung drohte und als kleines Entgegenkommen für ein Monat ca. 80m2 an Ersatzräumen zur Verfügung stellte. Die Ersatzräume wurden mit Mitte Dezember 2019 wieder entzogen. Die Räume stehen bis heute leer. Das Nelson's wird derzeit als Pausenraum für die Security der Uni genutzt.

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