Über die Ausstellung

Das Konzept

Architektur und Architekturlehre leben vom Austausch, von Diskussion, von Streit, vom Austesten, vom Scheitern und erneutem Probieren. Sie lebt auch vom Ort: den Studios, Ateliers, Zeichensälen, Arbeits- und Wohnräumen, in denen die Arbeit am Entwurf stattfindet. 

Dieser Prozess wurde mit der Covid-19 Pandemie nun plötzlich auf den Kopf gestellt und in die eigenen vier Wände, sowie den digitalen Raum verlagert. Studierende und Lehrende waren mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert.

Die eigene Wohnung, das private Schlafzimmer wurde plötzlich alles auf einmal: Lebensraum, Rückzugsort, Zentrum des sozialen Lebens, Studio, Werkstätte, Seminarraum und Hörsaal. Eine neue Nutzungsüberlagerung, die natürlich einen starken Einfluss auf den Lebensalltag und Entwurfsprozess mit sich zog. 

Doch wie genau wirkten sich diese Umstände auf den Entwurf aus? Mit welchen konkreten Herausforderungen mussten sich die Studierenden auseinandersetzen? Wie gingen die Studierenden mit der, für viele großen Belastung des Lockdowns, dem fehlenden sozialen Kontakt, Isolation, Einsamkeit und finanziellen Sorgen und Nöten um? Welche Lehren und Handlungsaufträge können für die Zukunft gezogen werden?

Ausstellungsmöbel
9:00 Uhr Morgens

Ausstellungsmöbel
17:00 Uhr Nachmittags

Mit der von 27. - 31. Juli stattfindenden Semesterausstellung soll nicht nur das Resultat der Projekte präsentiert, sondern auch die Auswirkungen auf den Entwurfsprozess, sowie die Auseinandersetzung mit den beschriebenen Fragestellungen im Zusammenhang mit den besonderen Umständen des Lockdowns dargestellt werden. 

Als Ausstellungsort wird ganz bewusst der öffentliche Raum, konkret der Resselpark vor dem TU Wien Hauptgebäude, gewählt. Seit der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen erleben wir eine starke Verlagerung vieler Lebensbereiche in den öffentlichen Raum. Plätze und Parks fungieren nun noch stärker als vor der Pandemie als wiederentdeckte Treffpunkte und erweitertes Wohnzimmer für viele Stadtbewohner*innen. 

Die Ausstellung spiegelt diesen Prozess wider. Genauso wie das private Leben soll, die dieses Semester entstandenen Projekte aus der digitalen Isolation hinaus in die wiederermöglichte öffentliche Präsenz gerückt werden. 

Ausstellungsmöbel

Auch in der Gestaltung der Ausstellungsmöbel soll diese Transformation – die Verlagerung des Lebensmittelpunkts aus dem Privaten hinaus in den öffentlichen Raum – dargestellt und physisch umgesetzt werden. 

Ausgangspunkt ist ein würfelförmiger Raum mit einem Raster aus 3x3 Kassetten je Seite. Auf der inneren Grundfläche des Raumes ist ein repräsentativer Zimmergrundriss dargestellt, auf dem der Tagesablauf einer Architekturstudierenden im Lock-down dargestellt wird. Auf den unzugänglichen, inneren Seiten des Mantels werden die Studierendenprojekte ausgestellt – auf den zugänglichen Außenseiten der Entwurfsprozess und Kontext der besonderen Umstände dieses Semesters. 

Erst durch das Aufbrechen des Raumes - einer Transformation, welche die Innenseite des Würfels nach außen in die Öffentlichkeit kehrt, werden die Projekte zugänglich. Durch die Abwicklung und Auflösung der Seitenflächen, dem Klappen und Schwenken der Kassetten, entsteht ein komplett neues räumliches Gefüge, in dem nun beides, Projekte und Kontext, in die Präsenz gerückt und miteinander in Bezug gesetzt werden. 

Durch die Öffnung des Raumes jeden Morgen, sowie das Schließen am Abend wird der Prozess der Verlagerung von privater Räumlichkeit in den öffentlichen Raum nahbar und nachvollziehbar gemacht. 

Ausstellungsmöbel
22:00 Uhr Abends

Ausstellungsmodi

Offen

Im geöffneten Zustand wird dieser Kontext nun mit den Studierendenprojekten in Bezug gebracht. Der private Raum wird aufgelöst. Decken, Wand und Bodenflächen kontextualisieren sich neu und lassen eine gesamtheitliche Betrachtung auf das Ausgestellte zu. Die Dualität zwischen Projekt und Prozess ergänzt sich nun in ihrer Gegenüberstellung. Die physische Isolation und in-sich-Gekehrtheit, die der Lock-Downs mit sich brachte, ist überwunden. 

Geschlossen

Im geschlossenen Zustand (Abend- und Nachtausstellung) steht die Auseinandersetzung mit den Umständen, Erzählungen bzw. Eindrücken von Studierenden, sowie Gegenüberstellungen dieses von Covid-19 geprägten Semesters, mit dem normalen Studien- und Zeichensaalalltag im Fokus. 

Der Raum beginnt von innen heraus zu leuchten, wirkt fast bewohnt. Das verschlossene Innere bleibt der Betrachter*in jedoch verborgen. 


Abend 22:00 Uhr


Mittag 12:00 Uhr

Draufsicht Kombiniert

Du willst dein Projekt ausstellen?
Schicke uns bitte bis 20.07.2020 dein Projekt und einen Bericht über dein Semester über das Einreichformular!
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